Im Teambuilding letztens war die Abteilungsleitung dabei, eine unfassbar patente Frau, die einen richtig guten Job macht.  „Ich kann gut delegieren. Mir ist das Wir, das Team, total wichtig“, sagte sie.Trotzdem wirkte sie sehr überlastet. Im Laufe des Trainings zeigte sich: Sie war zwar gut darin, Aufgaben zu verteilen, aber was sie emotional mit sich herumschleppte, war enorm. Sie kannte die Hintergründe und Probleme aller Anwesenden. Streit? Sie schlichtet. Probleme? Sie hört zu. Unsicherheit? Sie hat ein offenes Ohr.

Klingt nach einem guten Leader? Absolut. Aber auch nach einem Rezept für emotionale Überlastung.

Überlastung ist nicht nur eine Frage der Aufgabenmenge

Viele denken bei Überlastung sofort an To-do-Listen, die kein Ende nehmen, oder an den Stapel E-Mails, der jeden Tag wächst. Aber die emotionale Dimension wird oft übersehen. Wenn du der oder derjenige bist, der ständig die Konflikte klärt, für das Team der Motivator und die moralische Stütze bist und dabei auch noch empathisch auf jedes kleine und große Thema eingehst, dann arbeitest du auf einem ganz anderen Level – und das fordert seinen Tribut. Auch Berufe, die sehr viel mit Menschen zu tun haben, Lehrer, Ärztinnen oder Pflegekräfte tragen eine sehr hohe emotionale Belastung. 

Der Abteilungsleitungsleiterin fiel es in dem Workshop wie Schuppen von den Augen und stellte fest:.„Ich wusste nicht, dass auch das eine Art Überlastung sein kann“.

Emotionale Entlastung: Warum das so wichtig ist

Wenn du dauerhaft emotional gefordert bist, hat das nicht nur Auswirkungen auf dich selbst – es beeinflusst auch dein Team. Emotionale Stabilität und Resilienz sind keine unendlichen Ressourcen. Wer emotional zu viel trägt, trägt irgendwann auch die Konsequenzen: Erschöpfung, Frustration, und irgendwann fehlt die Energie, um überhaupt noch für andere da zu sein.

Deswegen reflektieren wir immer wieder in den Trainings, wie man sich auch emotional gut entlasten kann und eine gute emotionale Hygiene übt. In dem konkreten Fall wurden drei Entscheidungen getroffen:

  1. Das Team hat verabredet, wer außer der Abteilungsleiterin für Alltagsprobleme ansprechbar ist und das in eine Kommunikationsmatrix gegossen. 
  2. Außerdem hat die Abteilungsleiterin klare Sprechzeiten festgelegt, so dass sie nicht zu jeder Zeit alle Anliegen oder Aufträge weitergeben kann.
  3. Die Teilnehmenden haben gemeinsam geschaut, was sie als Team stark machen kann, wie man sich gegenseitig den emotionalen Speicher auch füllt.

Emotionale Überlastung ist eine stille Gefahr – vor allem für Menschen, die gut darin sind, empathisch zu führen. Deshalb ist es so wichtig, frühzeitig zu lernen, wie du nicht nur Aufgaben, sondern auch emotionale Lasten verteilst. Denn nur, wenn du selbst stabil bleibst, kannst du langfristig ein Team erfolgreich führen.

Wie bleibst du emotional stabil? Wie schützt du dich vor Überlastung, ohne deine Verbindung zum Team zu verlieren?

Wie gehst du mit emotionaler Belastung um? Lass uns in den Kommentaren darüber sprechen!